
Rundbrief Januar 2012 für Mitglieder und Interessierte
Aktuelles aus Bayern
Legasthenie und Dyskalkulie - Unsere gemeinsame Verantwortung -
Gemeinsame Fachtagung Medizin, Schule und Eltern, fand am Freitag, 21.10.2011 Uhr in München statt.
Die uns zur Verfügung gestellten Präsentationen der Referenten können Sie auf unserer Homepage nachlesen.
http://www.legasthenie-bayern.de/node/28
Gesucht: Legasthenie-freundliche Schule oder Hochschule
Immer wieder werden wir angesprochen, ob es Schulen oder Hochschulen gibt, die besonders auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Legasthenie eingehen. Gerne möchten wir auf Schulen und Hochschulen mit besonderen Angeboten verweisen und suchen Ihre Unterstützung.
Wir bitten daher alle Beteiligten, d.h. die Schulen und Hochschulen, aber auch Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten oder auch Eltern, uns Schulen oder Hochschulen zu benennen, die sich in einer besonderen Form um die Belange von Menschen mit einer Legasthenie kümmern.
Gerne möchten wir jeweils eine Schule und eine Hochschule mit je 1.000 € prämieren. Dieses Preisgeld soll dafür genutzt werden, um z.B. ein Projekt zum Thema „Legasthenie“ zu unterstützen, Fördermaterial oder technische Hilfsmittel anzuschaffen.
Wir werden in unserer LeDy alle Einsendungen Schritt für Schritt vorstellen, um so allen direkt und indirekt Betroffenen verschiedene „Positivbeispiele“ aufzuzeigen, die dann eventuell auch an der eigenen Schule oder Hochschule übernommen werden können.
Alle teilnehmenden Schulen und Hochschulen erhalten als Anerkennung Ihrer Einsendung ein kostenloses Jahresabonnement unserer Mitgliederzeitschrift LeDy und je 20 Exemplare der Ausgabe, in der ihr Schul-/Hochschulmodell vorgestellt wird. Wir möchten dabei unterstützen, dass diese engagierten Schulen und Hochschulen über den BVL und die LVL viel Öffentlichkeitsarbeit erfahren, d.h. wir werden mit Hilfe unserer Mitgliederzeitschrift mit einer Auflagenhöhe von 7.000 Stück, unserer Homepage mit monatlich 40.000 Besuchern sowie über unsere Landesverbände dafür sorgen, dass die guten Beispiele einer breiten Öffentlichkeit bekannt werden.
Einsendeschluss ist der 31.3.2012. Das Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage des BVL
Profile von Menschen mit Legasthenie im Beruf
Im Rahmen unser vielen Projektaktivitäten möchten wir auch einen besonderen Fokus auf Erwachsene legen. Wie sieht es eigentlich aus, wenn die Schule und Ausbildung abgeschlossen sind und Menschen mit einer Legasthenie im Berufsleben stehen? Auch das soll ein Teil unserer Aufklärungsarbeit sein, um so Ideen und Anregungen zu gewinnen, was helfen kann und wie Unterstützung aussehen sollte. Wichtig ist auch der motivatorische Faktor, der von diesen Profilen für Betroffene ausgehen kann, denn schließlich haben die meisten ihren Weg gefunden!
Wir möchten daher alle bitten, uns mit einem Kurzprofil über sich zu berichten. Selbstverständlich ist das auch anonym möglich. Jedes Profil ist für uns ein wertvoller Beitrag für unsere Arbeit. Die eingesendeten Profile möchten wir gerne in unserer Mitgliederzeitschrift LeDy veröffentlichen.
Die Vorlage für die Rückmeldung finden Sie hier.
Teilnehmer gesucht für Studie in Ulm
Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Legasthenie im Alter zwischen 16 und 25 Jahren mit unbeeinträchtigtem Hörvermögen.
Worum geht es in der Studie? Es besteht bis heute keine Einigkeit über die zugrunde liegende Ursache der Legasthenie. Zwar ist allgemein akzeptiert, dass Legastheniker Schwierigkeiten im Bereich der Sprachverarbeitung aufweisen. Unklar bleibt allerdings, welchen Stellenwert diese Schwierigkeiten für die Entstehung der Legasthenie einnehmen: Sind sie als die zugrundeliegende Ursache der Legasthenie zu betrachten? Oder entstehen sie als Folge von Schwierigkeiten in der nicht-sprachlichen Hörverarbeitung? In unserem Forschungsprojekt wollen wir herausfinden, mit welchen Aspekten der Verarbeitung von Sprache und Tönen Jugendliche und Erwachsene mit Lese-Rechtschreibstörung Probleme haben. Die Klärung der Frage, ob der Legasthenie ein sprachliches oder nicht-sprachliches Defizit der Hörverarbeitung zugrundeliegt, ist sowohl grundlagenwissenschaftlich relevant, als auch sehr wichtig für die Legasthenie-Diagnostik und –Förderung. Nur durch Klärung derartiger grundlegender Fragen ist es möglich, in Zukunft die optimale Diagnostik zur Früherkennung eines Legasthenie-Risikos zu entwickeln, optimale Präventionsmaßnahmen zu etablieren und Legastheniker mit optimalen Programmen zum Training kognitiver Grundlagen des Lesens und Schreibens zu versorgen. Weitere Infos:
Informationen für Betroffene, Eltern und Lehrer Fachtagung in Weingarten am 19.11.11
Die Präsentationen von der Tagung des Landesverbandes Baden-Württemberg von
Frau Prof. Löffler: Werden aus leserechtschreibschwachen Jugendlichen funktionale Analphabeten? und
Frau Dr. Küspert: Legasthenie und Dyskalkulie, Erscheinungsformen und Ursachen
finden sie online unter: http://www.legasthenie-lvl-bw.de/Fs0akt.htm
Studieren mit Legasthenie an der Hochschule Lausitz
Zitat von der Homepage der Hochschule Lausitz: Wenn Sie es geschafft haben, trotz Legasthenie eine Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben, dann gebührt Ihnen Respekt! Man geht davon aus, dass 1-2% der Studierenden in Deutschland von einer Lese-Rechtschreibstörung betroffen sind. Sie sind also nicht alleine. Für Menschen mit Legasthenie besteht dieselbe Wahrscheinlichkeit, besonders begabt zu sein, wie bei Menschen ohne diese Beeinträchtigung.Die Hochschule Lausitz strebt den Abbau individueller Benachteiligungen und die konkrete Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen an. Daher möchten wir Sie ermutigen, mit Ihrer Legasthenie offen umzugehen; wir möchten bei mangelndem Verständnis in Ihrer Umgebung vermitteln, Sie bei möglichen Nachteilsausgleichen unterstützen und Zusammenschlüsse gleichermaßen Betroffener erleichtern. Auch wenn wir die Legasthenie nicht als eine Behinderung verstehen wollen, können Sie beim Prüfungsausschuss mit einem entsprechenden Antrag einen Nachteilsausgleich vorschlagen. Nachteilsausgleiche werden im § 12 der Hochschul-Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule Lausitz (FH) Teil A (HSPO Teil A) geregelt. Ein offener Umgang mit einer Legasthenie und eine rechtzeitige Beantragung von Nachteilsausgleichen helfen allen Beteiligten, hier zu angemessenen Lösungen zu kommen. Weitere Infos hier.
Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) ist Initiator des Projektes „Vielfalt als Chance – Mehrwerte durch länderübergreifende Konzepte schaffen“, um die Potenziale der Menschen mit einer Legasthenie aktiv zu nutzen
Der Blick über die Landesgrenzen zeigt in vielen Ländern eine Anerkennung der Legasthenie als Teilleistungsstörung. Frühzeitige, individuelle Förderung und die Bereitstellung der notwendigen Hilfsmittel sind gelebte Praxis, die die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft unterstützen. Eine offene und akzeptierende Haltung gegenüber Menschen mit Legasthenie fördert dort bereits den schulischen wie beruflichen Erfolg. Gesellschaft und Unternehmen profitieren so von den spezifischen Begabungen und Problemlösefähigkeiten der Menschen mit einer Legasthenie. „Immer wieder berichten uns Mitglieder, deren Kinder an einem Schüleraustausch teilgenommen haben oder im Ausland studieren, dass sie sich erstmals verstanden und gut aufgehoben gefühlt haben. Viele Eltern, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder ins Ausland, um sie vor den unnötigen Barrieren in unserem Schul- und Ausbildungssystem zu schützen“, bedauert Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.
Im August hat der BVL das Projekt „Vielfalt als Chance – Mehrwerte durch länderübergreifende Konzepte schaffen“ gestartet. In Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus Multiplikatoren und Wissenschaftlern sollen praktische Ansatzpunkte und Hilfestellungen, die bereits in anderen Ländern erfolgreich im Einsatz sind, aufbereitet und für Deutschland nutzbar gemacht werden. Ziel des Projektes ist es, Rahmenbedingungen zu etablieren, die eine Chancengleichheit für Menschen mit einer Legasthenie schaffen.
„Den demografischen Wandel können wir nicht aufhalten, aber es liegt in unserer Hand, den Fachkräftemangel abzumildern, indem wir die Begabungen der Betroffenen fördern und wertschätzen und ihnen die notwendigen Hilfen an die Hand geben. Jeder in der Gesellschaft soll sich dafür verantwortlich fühlen“, fordert Christine Sczygiel. Die Projektbeschreibung enthält weitere Informationen über das Projekt Vielfalt als Chance.
Von der Wiege bis zur Bahre – das Gehirn kennt keine Schließzeiten
Agnes Bauer, ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen Ulm
Manch einer verbindet mit dem lebenslangen Lernen die Vokabel ‚lebenslänglich‘. An dieser Stelle setzen wir heute mit unserer neurowissenschaftlich begründeten Auffassung von Lernen noch eins oben drauf: wir lernen nicht nur unser Leben lang, sondern immer und überall. Meistens sogar ohne es zu merken. Um das besser zu verstehen, lade ich Sie zunächst zu einem Blick in die Tiefen Ihres Gehirns ein …Hier finden Sie den kompletten Artikel.
Erwachsene mit Legasthenie
Aufgrund der häufigen Nachfragen von betroffenen Erwachsenen Legasthenikern hat Frau Dr. Küspert für uns die wichtigsten Fragen beantwortet.
Legasthenie entsteht nicht in der Pubertät oder gar erst im Erwachsenenalter, wenn man – endlich frei von schulischen Anforderungen – die Beschäftigung mit Lesen und Schreiben auf das Nötigste reduziert und damit gleichsam diese Kulturtechniken „verlernen“ würde.
Personen, in denen im Erwachsenenalter die Ahnung entsteht, vielleicht Legastheniker zu sein, haben in der Regel einen langen, oft Jahrzehnte währenden Leidensweg hinter sich, angefangen bei schwachen Lese-Rechtschreib-Leistungen in der Grundschule, Versagen beim Übertritt in eine weiterführende Schule, niedrigen Bildungsabschlüssen und Demütigungen in der Berufsausbildung, da das Führen des „Berichtsheftes“ ihre Defizite auch hier noch offenlegte. Dazu kam im Laufe der Zeit die Einschätzung, einfach „dümmer“ zu sein als andere, da Leistungen im Lesen und Rechtschreiben in früheren Zeiten oftmals als Zeichen von Intelligenz angesehen wurden. Viele Schüler landeten so in „Sonderschulen“, zuweilen trotz gut durchschnittlicher oder sogar überdurchschnittlicher Allgemeinbegabung. Insbesondere in den 1970er und -80er Jahren wurde das Thema „Legasthenie“ in Forschung und Schule quasi „totgeschwiegen“ und Betroffenen wurden falsche Ursachen, wie Desinteresse, Faulheit oder auch mangelnde Begabung, für ihre zumeist unglücklichen „Schulkarrieren“ zugeschrieben. Lesen Sie weiter in der Mitgliederzeitung LeDy 3/2011. Auf Anfrage senden wir Ihnen den Artikel auch gerne per E-Mail zu.
Termine
14.02. - 18.02.2012 Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie, Niedersachsen
stellt auf der DIDACTA in Hannover aus.
16.03. – 17.03.2012 WAS IST NACHHALTIGER ALS KINDER?
3. GÖTTINGER LEGASTHENIE- UND DYSKALKULIEKONGRESS NIEDERSÄCHSISCHER LANDESKONGRESS
Hilfen für betroffene Kinder, deren Eltern, LerntherapeutInnen, LehrerInnen und ErzieherInnen.
Fragen an Wissenschaft, Politik und Schulverwaltung, Theodor-Heuss-Gymnasium, Göttingen
Das vollständige Programm als PDF
17.04.2012 Der Kampf mit den Zahlen Dyskalkulie/Rechenschwäche
Referentin: Dipl. Psych. Barbara Steinl
An diesem Abend erhalten Sie einen Überblick über das Erscheinungsbild, die Symptome und die Auswirkungen einer Dyskalkulie, die Diagnostik sowie über Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.
VHS Amberg, Vortragssaal, Raseliushaus von 19:00 - 20:30 Uhr
21.04.2012 „Welche Förderung bzw. Therapie nützt Kindern mit einer Lese-Rechtschreibstörung?“
Referent: Waldemar von Suchodoletz (München)
Zur Behandlung, Förderung und Prävention von lese- und rechtschreibgestörten Kindern wird eine kaum noch zu überschauende Anzahl von Verfahren angeboten. Neben lerntheoretisch begründeten Förderstrategien, die direkt an der Schriftsprache oder deren Vorläuferfertigkeiten ansetzen, wird ein Training psychischer Basisfunktionen empfohlen. Außerdem haben in der LRS-Therapie alternative Behandlungsansätze, die zu einer Verbesserung der Lese- und Rechtschreibleistungen und der allgemeinen Lernfähigkeit beitragen sollen, große Verbreitung gefunden. Um zu entscheiden, welche der Interventionen für LRS-Kinder tatsächlich von Nutzen sind, ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen von Evaluationsstudien erforderlich. Weitere Infos zum Weiterbildungstag der ISSERLIN-AKADEMIE:
http://www.isserlin-akademie.de/data/weiterbildungsangebot/weiterbildung.html
28.04 - 29.04.2012 Englisch und Legasthenie – Trainingsprogramm zur Übertrittsvorbereitung
Vermittlung eines Trainingsprogrammes für Legastheniker in der 4. Klasse (Übertrittsvorbereitung), um den Einstieg in die englische Sprache zu erleichtern – mit dem Spektrum-Lernen-Konzept. Weitere Infos: Wege für Kinder
12.06.2012 „Legasthenie -.Ursachen und Folgen“
Referent: Prof. Dr. med. Tiemo Grimm, Abt. für Medizinische Genetik, Universität Würzburg
Die Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung; Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit; LRS) (ICD10 F81.0; OMIM #127700) ist eine der häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter (um 4 – 5 %). Sie ist durch ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder des Rechtschreibens gekennzeichnet. Trotz regelmäßigem Schulbesuch, gutem Beherrschen der deutschen Sprache und normaler Begabung sind die betroffenen Kinder nicht in der Lage, ausreichend Lesen und Rechtschreiben zu erlernen. Häufig wird diese Teilleistungsstörung von den Schulen nicht erkannt. Die betroffenen Kinder gelten dann als faul oder dumm. Als Folge dieser Missverständnisse werden ca. 24 % der betroffenen Kinder kriminell und bis zu. 40 % der Betroffenen psychisch krank.
Molekulargenetische Untersuchungen haben gezeigt, dass genetische Einflüsse zweifellos eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Legasthenie spielen. Liegt bei einem Kind in der Familie eine Legasthenie vor, so sind oft auch Geschwister (34 – 45 %) und ein Elternteil betroffen. Bei den molekulargenetischen Untersuchungen wird danach geforscht, welche Gene beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens eine Rolle spielen. Aufgrund von Segregationsanalysen und molekulargenetischen Befunden geht man von einem komplexen Erbgang aus. In einigen Familien liegt allerdings auch ein autosomal dominanter Erbgang mit unvollständiger Penetranz vor. Die ständig verbesserte Kenntnis über die biologischen Ursachen der Legasthenie sollten zu einer besseren Akzeptanz dieser Störung im Schulalltag führen und die Pädagogen ermutigen, erfolgreiche Wege in der Förderung dieser Kinder zu suchen. Vor über zehn Jahren hat Bayern mit seinem Legasthenie-Erlass eine Regelung gefunden, die nicht gegen das Grundgesetz Art. 3 („Keiner darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“) verstößt.
Ort: Festsaal des Max Reger Gymnasiums in Amberg, Beginn 19.00 bis ca. 21:00 Uhr
Februar / März 2012 (Samstag)
Teil 1: Dyskalkulie - erkennen und verstehen, Teil 2: Vorstellung verschiedenen Fördermaterial bei Dyskalkulie
Vortrag von Dipl. Psychologen Markus Meyer in der Grundschule Cham.
Organisation: Frau Wiedmann, Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie, Bayern e. V.
in Zusammenarbeit mit Jugendamt und Schulamt in Landkreis Cham. Weitere Infos und den neuen Termin erhalten Sie unter: 09971 30908
Videos und Hörfunkbeiträge
Neues aus der Legasthenie-Forschung
Schon lange ist man den Ursachen der sogenannten Lese-Rechtschreib-Schwäche auf der Spur. Sobald das genaue Zusammenspiel von Genetik, Hirnfunktion und Umwelteinflüssen entschlüsselt ist, kann es effektive Therapieansätze geben. Viele Schüler verwechseln Buchstaben und Silben, wenn sie in der Schule lesen oder schreiben sollen. Sie leiden an einer Lese-Rechtschreib-Störung, obwohl sie eine normale bis hohe Intelligenz haben. Weltweit sind etwa vier bis acht Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Obwohl Legasthenie schon lange bekannt ist, sucht die Wissenschaft immer noch nach den Ursachen. Tim, 16 Jahre alt, besucht die elfte Klasse eines Gymnasiums. Er leidet an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche.
Bayern2 Podcast unter: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/mensch/legasthenie-lernstoerung100.html
Mein Leben als Legastheniker
Straßenschilder, Fahrpläne, Informationstafeln – was wir mal eben im Vorbeigehen lesen oder gar nur schnell überfliegen, ist für Fabian Joas ein echtes Problem. Denn der 30-jährige Berliner ist Legastheniker. Er hat noch nie in seinem Leben ein ganzes Buch gelesen, weil es ihn zu sehr anstrengt. In der Schule wird er von seinen Mitschülern gehänselt und von den Lehrern vorgeführt. In jedem Diktat bekommt er eine Sechs, egal wie viel er übt. Aber wenn es ums Lesen und Schreiben geht, bleibt bei Fabian einfach nichts hängen. Doch Fabian kämpft: Seine Mutter, eine Kinder-und Jugendärztin, steht ihm dabei zur Seite. Mit Erfolg: Fabian schafft sein Abi, studiert Volkswirtschaft und Politik und sitzt grade an seiner Doktorarbeit – auch wenn ihn die Störung bis heute begleitet. Doch der 30-jährige hat Mittel und Wege gefunden, seinen Alltag und vor allem auch seinen Beruf mit Bravour zu meistern.http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/clip/211300-mein-leben-als-legastheniker-1.2875443/
Lernstörungen - Manfred Mickley im fit&gesund - Studiogespräch | fit & gesund
Der Experte für Lernstörungen spricht mit uns darüber, warum manche Kinder beim Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen fast scheitern und was dann hilft. Wenn Kinder massive Probleme beim Schreiben, Lesen oder Rechnen haben, könnte eine Lernstörung die Ursache sein. Legasthenie (Lese- und/oder Rechtschreibstörung) und Dyskalkulie (Rechenstörung) sind meist genetisch bedingt. Ein Test bei einem Psychologen bringt Gewissheit -- eine passende Therapie Hilfe. Denn unbehandelt sind Kinder mit Lernstörungen im Hintertreffen -- nicht nur in der Schule, sondern auch später im Beruf. Wie man Lernstörungen behandelt, weiß Manfred Mickley, Lerntherapeut aus Berlin.
Deutsche Welle: http://www.youtube.com/watch?v=ctYpUK52qN8
Büchertipp
"S.U.P.E.R.: Mehr als ein Held"
Das Buch heißt "S.U.P.E.R.: Mehr als ein Held" und ist vor allem für Abenteuerkinder geeignet (Jungs). Es geht um drei Kinder mit übernatürlichen Eigenschaften, die sich im Laufe des Buches kennenlernen und zusammen Abenteuer erleben. Das Buch ist spannend geschrieben, die Buchstaben sind angenehm aber nicht übertrieben groß und die Kapiteleinteilung ist mit durchschnittlich 6 Seiten immer schaffbar. Ich habe es in drei Wochen geschafft durchzulesen (186 Seiten) und lese gerade den zweiten Band von bisher drei Bänden. Empfehlung von Lukas Renau, 12 Jahre
Autor Oliver Pautsch erschienen im Thienemann Verlag 2010 ISBN: 978-3-522-18235-5 Preis: 9,90€.
ABC und andere Irrtümer über Orthographie, Rechtschreiblernen LRS/Legasthenie
Prof. Dr. Günther Thomé forscht und lehrt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Sprachwissenschaft und Didaktik der deutschen Sprache. Er untersuchte im Rahmen der DESI-Studie (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) im Auftrag der KMK die Rechtschreibleistung von über 9000 Schülern aus neunten Klassen. Innerhalb der Sprachdidaktik ist er Experte für LRS, Legasthenie, Rechtschreibprobleme und hat das Oldenburger Aufbaukonzept entwickelt, das seit Jahren mit Erfolg eingesetzt wird. Das vorliegende Buch ist ein Fachbuch für alle, die sich für das Thema Orthographie und Schriftspracherwerb interessieren. Hier sollen im Besonderen bestehende Irrtümer aufgezeigt und geklärt werden. Schon das Inhaltsverzeichnis klingt spannend und weckt großes Interesse am Weiterlesen:
In diesem Buch geht es aber um andere Irrtümer, die ganz besonders wichtig (und richtig zu stellen) sind: Es sind Irrtümer, die uns alle in gleicher Weise angehen, denn sie betreffen unsere Schrift, unsere Orthographie und unsere Schreibkultur. Neben neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beschreibt und erklärt Thomé Studien, Verlaufsuntersuchungen und Veröffentlichungen namhafter Autoren, die sich mit dem Thema Schriftspracherwerb im Allgemeinen und dem Erwerb der Rechtschreibung im Besonderen beschäftigen. Dieses Fachbuch ist spannend geschrieben, übersichtlich strukturiert und mit witzigen Zeichnungen anschaulich illustriert. Der Autor ist ein Meister der Sprache, er kann facettenreich mit ihr „jonglieren“ und verwendet Wortschöpfungen, die man so noch nicht gehört hat und doch versteht, weil sie direkt der Praxis entnommen sind. Man spürt den filigranen, tiefsinnigen und augenzwinkernden Humor, den man beim Lesen von Fachbüchern leider oft vermisst. Insgesamt ist es ein lesenswertes Buch, welches dem Leser neue Erkenntnisse bringt, ihn zum Nachdenken anregt und die Thematik von einer neuen (bedenkenswerten) Perspektive beleuchtet. Rezession von Inge Palme, BVL, Referentin für Beratung und Fortbildung
124 Seiten, viele Abbildungen und Comics 2011 9,80 Euro DIN A5 ISBN 978-3-942122-05-4 Preis: 9,80€
Legasthenie und Dyskalkulie: Stärken erkennen - Stärken fördern
Erschienen zum BVL-Kongress
Mit Beiträgen von Daniel Ansari, Irene Corvacho del Toro, Ursula Dorsch, Alexander Geist, Elena Ise, Liane Kaufmann, Sarah Kunze, Karin Landerl, Carolin Ligges, Cordula Löffler, Annette Mangstl, Gerhild Merdian, Johannes Mierau, Kristina Moll, NeuroDys-Konsortium, Inge Palme, Silvia Pixner, Ellen Rückert, Melanie Schillert, Gerd Schulte-Körne, Katja Siekmann, Gero Tacke, Günther Thomé, Dorothea Thomé, Michael Wehrmann.
Aktuelle Forschungsergebnisse zur Diagnostik, zu den Ursachen und zur Förderung bei der Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie) und der Rechenstörung (Dyskalkulie) stellen die Basis für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen mit diesen Entwicklungsstörungen und ihren Familien dar. Das Buch fasst in 18 Beiträgen ein breites Spektrum der neu gewonnenen Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Die Ursachen der Legasthenie und Dyskalkulie wurden in den letzten Jahren intensiv untersucht. Dem interessierten Leser bietet der Band einen Einblick in die komplexen Ursachen dieser beiden Entwicklungsstörungen. Neue Impulse im Bereich der Diagnostik liefern im Band vorgestellte neurobiologische Studien, die in Zukunft dabei helfen sollen, die Stärken der Kinder und Jugendlichen besser zu identifizieren. Die Förderung von Stärken erlangt in der Prävention von Legasthenie und Dyskalkulie zunehmende Bedeutung. Im vorliegenden Band werden diese Konzepte der Frühförderung erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Buches stellt die Förderung und Beratung dar. Neben den Beiträgen von ausgewiesenen Praktikerinnen und Praktikern aus der Medizin, der Psychologie und der Pädagogik stellen in vier Beiträgen etablierte Autoren ihre neu entwickelten Förderkonzepte vor, die sowohl in der Schule als auch in der außerschulischen Förderung erfolgreich eingesetzt werden können.
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-165-1, Preis 24,95€
Kino - Filmtipp
Das automatische Gehirn
Über 90 Prozent von allem, was wir täglich machen, erledigt unser Gehirn ohne uns - unbewusst, und oft ohne dass wir es merken. Das automatische Gehirn wirft einen Blick auf den inneren Autopiloten von Martha und Jake, zwei Menschen, die sich zufällig über den Weg laufen und wie wir alle von unbewussten Schaltkreisen gesteuert werden - vom Zähneputzen am Morgen, über das, was wir anziehen, oder die Art wie wir Auto fahren bis zu einer wichtigsten Entscheidungen unseren Lebens: in wen wir uns verlieben. 3-D-Animationen schauen dabei tief in die Köpfe von Martha und Jake und lassen die Module aufleuchten, die bestimmen, was wir tun. Denn die bittere Wahrheit ist: Unser Verstand ist schnell überfordert. Und hat erstaunlich wenig Einfluss. Das automatische Gehirn begleitet aber auch Neurowissenschaftler in aller Welt in ihre Labors - und zu verblüffend unterhaltsamen Experimenten: Allan Snyder lässt an der Universität Sydney im Dienst der Hirnforschung Streichhölzer legen. John Bargh in Yale beweist, dass die Stühle auf denen wir sitzen, unbewusst unseren Verhandlungsstil bestimmen. Henrik Ehrrson in Stockholm bringt Testpersonen dazu, ihren Körper zu verlassen. Walter Mischel hat in Stanford die Willenskraft von Vierjährigen mit Mäusespeck auf die Probe gestellt. In Phoenix, Arizona, erforscht das Wissenschaftlerpaar Susana Martinez-Conde und Stephen Macknik die Neurologie von Zaubertrickes. Und in Berlin beweist John Dylan Haynes, dass unser Gehirn bis zu sieben Sekunden vor uns Entscheidungen fällt. Nicht nur Allan Snyder ist heute überzeugt: "Bewusstsein ist nur eine PR-Aktion Ihres Gehirns, damit Sie denken, Sie hätten auch noch was zu sagen.
Zitiat von: http://www.colourfield.de/das_automatische_gehirn/index.html
Dienstags bei Morrie
Was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Mitch Albom basiert auf der realen Beziehung des Autors mit seinem Soziologieprofessor Morrie Schwartz, der an ALS erkrankte. Die Geschichte ist unglaublich tiefgründig und wird mit wunderschönen Bildern erzählt. Man kann allen Schülern nur so einen guten Lehrer und Mentor wie Morrie wünschen. Zum Glück kann man seine Lebensweisheit und seine kostbare Persönlichkeit wenigstens filmisch erfahren. Ein ganz besonderer Film über das Leben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstags_bei_Morrie_%28Film%29
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Beratung unseres Landesverbandes
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